You are here at: Alien Homepage.de....personal...environment- Gartentips_ Start- Unterverzeichnis/ Index:

(M)

MOOSBESEITIGUNG

Stichworte:

Schwefel- Schwefelsäure- Waldsterben- Moosbefall in Rasenanlagen- Kalk Vertikutierer

erstellt am: 29.5.09- last update: 1.6..2009

google adsense Werbung:

1. Herleitung und Ursache:

Der "saure Regen" (im Prinzip überall dort auf der Welt wo der schwefelsaure Regen niederfällt bzw einst niedergefallen ist ) hat mit der Zeit nicht nur den Wäldern geschadet. er hat auch den ph (Ph- Wert= Säure Basen Verhältniss (wiki)) des Bodens verändert!

Dies hat dramatische Folgen für die endemische Flora ( - endemische Arten= Arten, die nur in einer bestimmten Gegend vorkommend.).

Hierzulande also in Deutschland machen sich die Spätfolgen des schwefelsauren Regens besonders stark bemerkbar mit der Vermoosung von Rasenflächen aber auch dem Moosbefall bei Bäumen( Rinde/ Stamm).

Vor ca 20- 30 Jahren- als der ph Wert noch bei dem für diesen Teil Europas durchschnittlichen 6.5 lag, sah man noch kaum Moos auf den Wiesen.

Zu diesem Zeitpunkt gab es aber auch noch weniger Kohle Kraftwerke und KFZ beziehungsweise hatte der Autoboom erst eingesetzt.

Neben alle Kohlevorkommen enthält auch Erdöl lje nach Vorkommensland teils erhebliche Mengen an Schwefel ( S) der dann nach der Verbrennung vor allem in Kraftwerken als Schwefeldioxid (SO2) in die Atmosphäre aufsteigt, um dann bald wieder im Regen also: in Verbindung mit Wasser geraten - in Wasser gelöst bzw als " schweflige Säure" ( H2So3) wieder herabzuregnen. "Saurer Regen"

Da der größte Teil des SO2 in der Atmosphäre zu S03 weiteroxidiert wird, entsteht in derer schwefligen Lösung direkt Schwefelsäure- H2SO4.

das "Waldsterben" ist die bekannteste Folge davon...

Aber: kann nicht auch die ganze andere Flora - z B Obstbäume- ja selbst unser Nutzpflanzen letztlich Schaden nehmen? Gewiss!!

Mit diesem sauren Regen hat sich der ph Wert z B im Boden Süddeutschland ( ich habe woanders noch keine Messwerte erstellt ) von 6.5. immer mehr in Richtung 5.5. bewegt- was angesichts der Zahl nicht als viel erscheint tatsächlich aber bereits eine hohe Versäuerung darstellt

Man darf an dieser Stelle wohl auch darauf hinweisen dass jedweder Genuß von - konzentrierter Schwefelsäure bei Mensch und Tier tödliche Folgen hätte, da diese Schwerfelsäure direkt die Magen und Darmwand angreift - diese durchlöchern kann und damit Bestandteile der NAHRUNG DIREKT IN DEN BAUCHRAUM GELANGEN WÜRDEN!!

Zu unserem Glück jedoch beziehen die meisten Kommunen das Trinkwasser noch aus tieferen Bodenschichten, welche zwar auch schon von Düngestoffen aus der Landwirtschaft durchsetzt sind, aber deren Kalkschichten die aggressive Schwefelsäure noch weitgehend binden können!!!

Die Entschwefelung der Verbrennungsvorgänge muss also weiter höchste Priorität haben!

2. Was geschieht da ABER nun genau im Boden, bzw in ihrem Garten?

SO2 wirkt ebenso wie H2SO4 (= Schwefelsäure) bakterienabtötend und wurde früher z B zur Desinfektion von Bier- oder Weinfässern etc eingesetzt. SO2 ist weniger gefährlich als Schwefelsäure.

Eine Messung des Ph Wertes: (link: gebräuchliche ph Wert Messverfahren) vor einer Maßnahme kann Ihnen Aufschluss geben über den Zustand Ihres Gartenbodens. Der natürliche Ph Wert liegt z B in Süddeutschland bei ca 6.5 ( außer Niedermoore usw) . Sinkt er unter 6.0, ist bereits eine erhebliche Säuerung des Bodens vorhanden!

Ausnahmen:. Der Ph- Wert von Moorbeetpflanzen (Ericaceae) sollte dagegen gewöhnlich 5.0- 5.5 betragen. Den Moorbeetpflanzen schadet Kalk, da dieser z.B. das zweiwertige Eisen im Boden bindet, welches diese Pflanzen für das Wachstum im besonderen Maße benötigen. Moorbeetpflanzen reagieren sehr empfindlich darauf und bekommen dann zuerst gelbe oder braune Blätter, bleiben zwar meist noch längere Zeit vital, wachsen und blühen aber dann kaum noch

Bodenbakterien /Bodenleben:

Auch hier hemmt die Schwefelsäure im Boden das Wachstum der für alle Pflanzen im Prinzip lebenswichtigen Bodenbakterien.

Die Bodenbakterien zersetzen organisch totes Material wieder in seine Urbestandteile - (vor allem CO2) und stellen der ( noch lebenden/ wachsenden) Planze damit auch die Nährstoffe wieder in einer für sie aufnehmbaren Form zur Verfügung.

Im Boden geschieht eigentlich genau die Reduktion (Rückführung) dessen, was bei der Photosynthese geschieht

Bei der Photosynthese bauen Pflanzen aus CO2, dem Sonnenlicht und verschiedensten Nährsubstanzen einschl. zahlreicher Mineralien und Spurenelementen ( denselben, die auch der Mensch benötigt) verschiedenste Kohlenwasserstoffe auf. Nach den Absterben des Lebewesens wandeln verschiedenste Bodenlebewesen- vor allem Pilze und Bakterien das tote Gewebe/ Material wieder in seine Urbestandteile CO2, N, P, K, Mg, Mn, Fe, Mb, Zi, usw usf. um

Die Bodenbakterien sind es auch , die für Ihr Wachstum den Kalk benötigen , der auch in manchen Gartendüngern etc enthalten ist. Die Pflanzen selbst benötigen keinerlei Kalk für ihr Wachstum ! Reis enthält Calcium nur, weil er direkt im Wasser wächst. Ansonsten ist in Pflanzennnahrung keinerlei Calcium enthalten!

Werden diese Bodenbakterien abgetötet oder in ihrem Wachstum gehemmt ,bekommt die Pflanze folglich nicht mehr genug Nährstoffe: sie wächst kaum noch, die Konsistenz der Pflanze wird in Folge des Nährstoffmangels immer anfälliger und z B die Rinde von Bäumen wird -da - wo sie zuerst brüchig wird- von Moos befallen. Was zum einen parasitär erscheint, ist aber in Wirklichkeit auch nur die Einverleibung toten, absterbenden Materials . "Only the strong survive" und dazu trägt unsere Umwelt ja Einiges bei!

In einem anderen Sinne wird- wie bereits erwähnt die endemische Flora bei diesem Prozess der Veränderung des ph Wertes von ( normalerweise) 6.5 auf ca 5.5. langfristig durch Arten ersetzt, welche diesen ph-Wert bevorzugen bzw vertragen, bzw. eben auch Pflanzen welche eine andere Ernährungsstrategie bevorzugen und sich z. B von totem Material ernähren

3. Wie kann man dem nun entgegenwirken?

Nun: es gibt eine einfache- wenn auch mit Arbeit verbundene- Methode, wie man der Übersäuerung z B eines Gartens entgegenwirken kann und mit der man mit Hilfe ausschließlich natürlicher völlig ungiftiger Mittel aus einer Moosfläche wieder EIN RICHTIGER Rasen herstellen lässt und mit der gleich alle anderen Schäden des sauren Regens wieder verschwinden und auch Ihre Pflanzen und Bäume wieder so werden und wachsen wie zuvor!!!

Die Methode wurde von mir wiederholt getestet und ich habe den Prozess auch mit Bildern dokumentiert (siehe unten)

um es vorwegzunehmen: das " Zaubermittel" heisst Kalk

Kalk? da gibt es doch Gips(caSO4), Kreide ( CaCO3) , Branntkalk ( CaO) usw? .Antwort: es muss aber auch der richtige Kalk sein

4. Was Sie alles zu einer gründlichen, nachhaltigen Moosentfernung brauchen:

4.1. Kalkhydrat ( CaOH)2-

ca einen Sack ( =25 kg) für pro 150 qm (Warnhinweise beachten- siehe unten!) Kostenpunkt etwa: 8- 10 Euro/ 25 kg Sack, erhältlich im sogenannten Baustoffhandel

In Gartencentern wird man Ihnen wohl kohlensauren Kalk (= Kreide) empfehlen der aber zum Zweck dieser chemischen Moosentfernung nicht geeignet ist!

KALKHYDRAT ( Wiki)....Kalkhydrat ( Rheinkalk)

(chemisch gesehen: Ca(OH)2 = Calciumlauge)

entsteht bei der "Löschung" ( = Vermengung mit Wasser H2O) von gebrannten Kalk ( CaO). Der in der Natur vorwiegend in Form von Calciumcarbonat vorkommende Kalk wird zuerst in Brennöfen gebrannt, ( Ca CO3 > CaO2), wonach es starke exotherme Reaktionen vor allem mit Wasser eingeht, wobei eine starke Hitzentwicklung auftritt .Dieser Branntkalk wurde früheren Zeiten zuerst mit Wasser gelöscht und dann mit Sand gemischt als Mauerputz verwendet. Diese Substanz war früher auch als "Karbit" bekannt" und wurde sogar zum Betrieb von Lampen verwendet

Seit dem 11.9.2001 wurde der direkte Vertrieb weitgehend untersagt. Als Ersatz dafür wird dieser "gelöschte Kalk"( wobei bereits das Kalkhydrat entsteht ) praktisch erneut getrocknet und zermahlen und geht in diesem Zustand eine basische Reaktion ein. Man bekommt ihn am besten im sogenannten " Baustoffhandel"

4.2. einen handelsüblichen Vertikutierer

>>> es gibt welche, die eine Walze mit rotierenden Messern haben und auch solche die die Moosgeflechte genauso effektiv mit rotierenden Perlonschnüren herausreissen. Ersterer ist da einfacher zu handhaben und gerade das Modell von ALDI für ca 80 Euro ist für den ja eher seltenden Hausgebrauch sehr geeignet und voll ausreichend . Profigärtner brauchen u.U. natürlich eher Profigeräte die für Dauerbetrieb ausgelegt/ geeignet sind und deren (Verschleiß-) teile auch auswechselbar sind.

4.3. Einen Rechen

4. 4. Rasennachsaat

4.1.1. -Aufbringen des Kalkhydrats:

Deshalb muss beim Aufbringen des Kalkhydrats ( = CALCIUMLAUGE!!)

eine Atemschutzmaske getragen werden. Fenster und Türen sollten geschlossen bleiben- Kinder und Haustiere sollten dabei nicht zugegen sein!

>>>Das Aufstreuen sollte man am Besten bei Windstille durchführen und bei Regenwetter

>>>Kann man das so nicht machen, löst man den Kalk portionsweise in einer Gieskanne auf

und kann ihn so auf dem vermoosten Rasen auftragen, ohne das irgendetwas herumstaubt!

4.1.2. Einarbeiten des Kalkhydrats:

>>>Das Kalk einschlämmen! Hat man den Rasen nun mit Kalk bestreut oder aber diesen- vorher in Wasser aufgelöst aufgebracht, sollte man diese nun sichtbare weiße Kalkschicht am besten mit einem Gartenschlauch aus der Nähe in den Boden einschlämmen. Wir danach vertikutiert, nimmt man so zwar etwas Kalk " mit" den herausgerissenen Moosflechten mit, aber nicht viel .

4.2.1. Vertikutieren:

>>>Durch das anschließende Vertikutieren und Abrechen/ Beseitigen wie: Kompostieren der dabei herausgerissenen Mossgeflechte wird dieser Kalk dann relativ so gut in der Erde verteilt,

so dass nun innerhalb wneiger Wochen alle Mooswurzeln infolge der plötzlichen Veränderung des Ph Wertes absterben sollten. Es gab nun auch einen Versuch mit anderen Bewohnern saurer Böden machen, in diesem Fall den bis 1 meter tiefwurzelnden Schachtelhalm ( den man sonst eigentlich nicht mehr aus dem Boden bekommt) , habe aber noch kein Ergebnis

>>wohin mit den vertikutierten Moosmengen? So kann man die oft erheblich erscheinenden Volumina an beim Vertikutieren herausgerissenen Moosflechten aber auch gut in einer dunklen Ecke des Gartens zwischenlagern bzw kompostieren ( nach dem Aufschütten nochmals eindrigend wässern! Durch den Kalkbeimischung zerfällt der entstandene Mooshaufen dabei sehr schnell und kann ca 1 Jahr später nach vollständiger Kompositierung wieder problemslos als Erde wiederverwendet werden, ohne dass sich dadurch neues Moos bilden würde.

4.4.1. Rasennachsaat:

>>>Nach dem VERTIKUTIEREN, wenn sich die Krume etwas gelockert hat, kann man in die entstehenden Lücken gleich direkt Rasennachsaat einsähen.

4.5. Noch Fragen?

>>>>Wie wirkt der Kalk auf die (anderen) Pflanzen im Garten? der Kalk fördert zugleich dann auch das Wiederaufkeimen der Bodenbakterien und stellt somit wieder die Nährstoffversorgung wieder her- siehe: Kalkboden ( Wikipedia)

>>>Der Hydratkalk wirkt sich ebenfalls positiv auf das Wachstum aller zehrenden Pflanzen aus da er die waschtumshemmende Schwefelsäuren im Boden neutralisiert ( es entsteht dabei Gips)

>> Ausnahme wie immer: kalkmeidende Pflanzen wie z B Rhododendren/ Azaleen- Moorbeetpflanzen- diese dürfen keinerlei Kalkgaben erhalten und sollten eh nur mit kalkfreiem Regenwasser bewässert werden ),

>>>Negative Wirkungen: sind nicht bekannt. auf einen übersäuerten Garten wirkt sich der Kalk nur positiv aus und fördert dabei in kürzester Zeit sichtbar auch die Regeneration z B geschwächter Bäume ( erkennbar am Moosbefall z BG auf der Rinde).

>>> Es muss aber auch bei Kalkgaben beachtet werden , dass zuviel Kalk für den Boden auch nicht zuträglich ist

>>>Die beschriebenen Kalkgaben müssen in der Regel aber jahrelang nicht wiederholt werden .Wie lange der so entstandene Kalknachschub genau ausreicht/ vorhält ist noch nicht bekannt/ ermittelt . Ich schätze bei der oben genannten Menge aber mit durchaus 1 Jahrzehnt, in dem kein weiterer Moosbefall auftreten sollte.

>>> Überprüfen des Ph Wertes: Es ist bekannt, dass Kalk dann auch in tiefere Bodenschichten vordringt und sich der Kalkgehalt des Bodens so durch die Kapillarkräfte immer wieder ausgleicht. Prüfen Sie gegebenenfalls den ph Wert erneut! Der natürliche ph Wert varriert in verschiedenen Regionen der Erde sollte optimalerweise ( in dieser Gegend- Deutschland/ Bayern ) über 6.0 - idealerweise bei den naturvorgegebenen ca 6.5 liegen! (link: gebräuchliche ph Wert Messverfahren)Messgeräte oder Indikatorpapier bekommen Sie in jedem Gartenfachgeschäft!

5. Beispielbilder:

Nach dem Aufkalken /Während des Vertikutierens:
die mit Kalkhydrit behandelte Fläche nach 2 Wochen, ( das Moos stirbt ab)
rechts nach vier Wochen ( die Wiese hat sich regeneriert- das Moos ist abgestorben):

Dieselbe Rasenfläche- 4 Wochen später :

die kahlen Stellen unter einer großen Fichte wurden nochmals nachgesät

Hier wurde eine Fläche vor dem Winteranfang aufgekalkt.:
Der Moosbefall (links) ist nach dem Winter auch ohne Vertikutieren verschwunden. Die Fläche musste allerdings dann aufgefräst werden , um lockeren Boden zu haben für eine Rasenneuansaat:
moos5
 
   

Methode entwickelt

copyright reserved by:

Aliens-Homepage

Impressum/ contact

gh